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Thursday, November 16th, 2017

Flaschen, Schätze, Wein… Reisen Sie zu den Unterwasser-Weinkellereien Spaniens

Jedes Mal sind es mehr Weinkellereien, die auf Alterung ihrer Flaschen am Grund des Meeres setzen, vertrauend darauf, das die Tiefe ihnen besondere Geschmackscharakteristiken verleiht

Unterwasser-Weinkeller

Es gibt die Legende, dass Weinflaschen auf dem Meeresgrund vergraben sind und darauf warten, nach einem langen Schlaf entkorkt zu werden. Es klingt nach einer abenteuerlichen Geschichte, aber in Wahrheit ist eine Technik des langzeitlichen Alterungsprozesses, welches jedes Mal über eine größere Anhängerschaft verfügt. Die Winzer/Kellermeister, die diese anwenden, sprechen von deutlich besseren Licht- und Temperaturverhältnissen als an der Oberfläche, die der Reifungsprozess beschleunigen und erlauben, dass der Wein schneller altert, im Vergleich zum Reifen in traditionellen Weinkellern. Dennoch gibt es Skeptiker, die das Ganze für exzentrisch halten. Darauf wartend, dass die Wissenschaft der Önologie ihren Richterspruch erteilt, hat die Verbreitung von Weinen aus der Tiefe der Gewässer Spanien erreicht, wo wir schon Unterwasser-Weinkellereien finden können.

Dies ist der Fall bei Vina Maris in Calpe, die als die erste Unterwasser-Weinkellerei des Mittelmeers gilt und sich in nicht weniger als 30 Metern Tiefe befindet. Dessen Impulsgeber ist Israel Padrino, Tauchlehrer, bis er beschloss, seine Leidenschaft fürs Meer mit seiner Vorliebe für Wein zu verbinden. So kam es, dass er, inspiriert durch die Flaschen und durch Amphoren, die er in gesunkenen Schiffen gefunden hatte,  entschied, einen risikobehafteten Ansatz zu wagen. Das Unternehmen aus Alicante verteidigt, dass der Druck Unterwasser und das Fernbleiben von Lärm den ausgewogenen Geschmack des Getränks positiv beeinflussen, dessen Geschmack auch durch den Salzgehalt angereichert wird. Zweifellos weit davon entfernt, ihren eigenen Wein zu produzieren, tauchen sie die von den Weinkellereien Enrique Mendoza ein, die ihren Sitz ebenfalls in der Provinz haben; konkret einen Monastrell 2008 und einen Chardonnay 2012. Es war nicht einfach, die Genehmigungen einzuholen, sie auf den Meeresgrund lassen zu dürfen, aber nun bietet Vina Maris auch Tauchgänge an, um die Weinkeller zu besichtigen und einige der versunkenen Flaschen zu bergen.

Vina-Maris

Eine weitere Unterwasser-Weinkellerei in Spanien ist Crusoe Treasure mit Sitz in der Bucht von Pletzia (Vizcaya). Alles fing mit einem biologischen Projekt im Jahr 2008 an, welches das Design einer Weinkellerei begleitet maritimem Ökosystem, welches als Lebensraum dienen sollte, einschloss. Aufgrund der ungewöhnlichen Idee des Unternehmers Borja Saracho. Und trotz dass das Unternehmen begonnen hat, das Verhalten von 27 verschiedenen Weinen zu analysieren, bietet es nur zwei Varianten zum Verkauf an: CT Classic mit einem Jahr Fermentierungszeit im Eichenfass und einem weiteren in einem Förderkäfig Unterwasser; und CT Passion, mit sechs Monaten in kleinen Fässern und einem Jahr  Fermentation im Meer. Beide haben die charakteristische Blaufärbung, die ihren Ursprung verrät. Auch diese Weinkellerei kann besichtigt werden, was zusätzlich ermöglicht, bei dieser Gelegenheit mehr als tausend verschiedene Arten zu betrachten, die das künstliche Riff bevölkern.

Crusoe-Treasure

Es gab andere Pilotprojekte, aber der Wirbel um getauchte Weine ist nicht ausschließlich spanisch, sondern hat auch andere Länder erreicht. In Kroatien lässt die Weinkellerei Edivo Vino ihre Boutique-Weine am Meeresgrund fermentieren, mit der hinzugefügten  Romantik, Tonamphoren zu verwenden, welche danach mit Algen und Seeschnecken überzogen sind. Eine weitere, die Besichtigungen erlaubt, ist Viña Casanueva in Chile, deren Weine im Pazifik reifen, die aber auch ab und zu mit dem spanischen Unternehmen Terramar zusammenarbeitet, um ihre Flaschen in die Bucht von Llevadó (Girona) eintauchen zu können. Die Liste ist sehr lang und wächst bedrohlich: sie wird vervollständigt durch Namen wie die Weinkellerei Mira im Hafen von Charleston (South Carolina), Bisson in Italien, Genua, oder Chateau Larriyet-Haut-Brion in Frankreich.

 

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