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Tuesday, March 6th, 2018

Museen, um Valencia zu bewundern (Teil II)

Die Stadt verfügt über geschichtliche, Kunst- und Wissenschaftsmuseen, aber ebenfalls über Zentren, die auf die kulturellen Aspekte ausgerichtet sind, die Valencia zu dem machen, was sie ist: Seide, Feuer und Keramik

Museo FalleroWir berichteten bereits von Valencia als eine Muesums-Stadt, mit Zentren von hoher Qualität und großer thematischer Vielfalt, von Kunst über Geschichte bis hin zu Wissenschaft. Dennoch hoben wir uns für jetzt Tempel auf, die auf die am tiefsten verwurzelten, kulturellen Elemente Valencias ausgerichtet sind, welche der Stadt ihre eigene Persönlichkeit verleihen. Valencia ist dafür bekannt, das Feuer durch ihr großes Fest, die Fallas, zu ehren, welche durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zudem ist Seide in die geschichtliche Entwicklung Valencias verwickelt, dessen Ursprung Jahrhunderte zurückgeht, und die Keramik, ein Handwerk, dass dank regionaler Künstler immer noch hohes Ansehen genießt. Um all diese Elemente zu erhalten, verfügt die Stadt über Museen, in denen diese nicht nur geschützt, sondern auch bewundert werden können.

Schön von Innen und von Außen

Palacio del Dos Aguas
Der Palacio del Marqués de Dos Aguas beeindruckt sowohl durch seinen Inhalt, als auch sein Auftreten. Ein Werk im Rokoko-Stil, welches mit seinem großen Alabaster-Portal alle Besucher verzaubert. Zusätzlich beherbergt es im Inneren das nationale Keramikmuseum González Martí (Museo Nacional de Cerámica González Martí), mit der besten kunsthandwerklichen Sammlung Spaniens. Es beinhaltet nicht nur mittelalterliche Stücke aus Paterna oder Manises, sondern auch valencianische Fliesen und (I)Socarrats(I) (gebrannte Tonplatten), Exemplare orientalischer Keramik bis hin zu einem Stück, welches Picasso dem Museum im Jahr 1954 widmete. All dies wird von einem Besuch der Wohnräume im ersten Stock komplettiert, was einen Einblick in die Palastkultur erlaubt, neben einer Ausstellung der Equipagen im Erdgeschoss. Eine Reise durch die valencianische Geschichte, auch dank des Fingerspitzengefühls eines Kollegs, welches sich aus Handwerkern zusammensetzt, die schlichtweg als Künstler zu bezeichnen sind.

Adresse: Poeta Querol, 2. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 16:00 bis 20:00 Uhr; Sonn- und Feiertage von 10:00 bis 14:00 Uhr. Nächtliche Besuche im Juli und August möglich.

Der seiderne Faden

Colegio del Arte Mayor de la Seda
Die Lonja de la Seda, also die Auktionshalle für Seide in Valencia, auch Händlerbörse genannt, ist ein Meisterwerk des Gothikstils, welches sich mitten im Stadtzentrum befindet und 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Heutzutage sind die Hauptverantwortlichen für den Erhalt dieses Gewerbe das Colegio del Arte Mayor de la Seda, also das Kolleg zur hohen Kunst der Seide, was seit dem 15. Jahrhundert über ein eigenes Gebäude im Velluters Viertel verfügt. Es handelt sich um einen Tempel, in dem sich sämtliche Geheimnisse aus der Zeit verstecken, als Valencia nicht nur ein Pflicht-Stopp auf der Handelsroute war, sondern für die ganze Welt von den Webstühlen des Carmen Viertels aus produzierte. Aktuell können die Ruhmeshalle, die Kapelle und das Archiv besichtigt werden, bestehend aus unzählbar vielen Dokumenten, die über die Jahrhunderte hinweg aufbewahrt wurden und die es erlauben, die wirtschaftliche Geschichte Valencias besser zu verstehen, welche eng mit der Seide verwoben ist.

Adresse: Calle Hospital, 7. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 10:00 bis 19:00 Uhr; Sonn- und Feiertage, von 10:00 bis 15:00 Uhr. Geführte Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung

Das Feuer, immer das Feuer

Museo del Ninot

Die beste Art, sich mit der valencianischen Idiosynkrasie vertraut zu machen, wird immer bleiben, sich von der Kraft des Feuers anziehen zu lassen. Die Fallas sind mehr als nur ein Fest- sie sind eine Art zu leben. In ihnen fließen die zuvor genannten Elemente der valencianischen Kultur wie Seide und Handwerk zusammen, im Dienste einer Tradition, die sogar von der UNESCO anerkannt wurde. Im März bevölkern dessen Monumente die Straßen von Valencia, und obgleich sie am Ende von den Flammen verzehrt werden, ist es wichtig zu betonen, dass nicht alles verbrannt wird. Das Museo Fallero (dt.: Fallas-Museum) beherbergt eine Kollektion der Ninots, also der Fallas-Figuren von jedem Fallas-Fest seit 1934, die dank der öffentlichen Abstimmung vom Feuer verschont wurden, daneben Plakate und Fotografien. Die Kunst umgibt dieses Fest fließend, das zunächst von den Ortsansässigen organisiert wurde, das nun aber einem ganzen Gremium Arbeit gibt und den Puls der Stadt verändert. Valencia zu besuchen, oder sogar dort zu leben, bedeutet unweigerlich, sich mit der Welt der Fallas zu beschäftigen.

Adresse: Plaza Monteolivete, 4. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 10:00 bis 19:00 Uhr; Sonn- und Feiertage, von 10:00 bis 15:00 Uhr.
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