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Das Stadtzentrum

Im Jahre 138 v. Chr. zahlte der römische Konsul Decimus Iunius Brutus Callaicus seine Truppen, die in den lusitanischen Schlachten gekämpft haben, mit Ländereien im östlichen Spanien aus. Knapp 2000 Siedler zog es in die natürlichen Furten des Flusses Tyris (Río Turia), wo die Via Augusta entlang verlief. Die Ansiedlung wurde als Valentia Edetanorum bezeichnet (wörtlich: Wert in der Region Editania). Obwohl Funde beweisen, dass die Iberer bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Region von Valencia anzutreffen waren, war die römische Besatzung die erste permante Siedlung und formte die Stadt in den darauffolgenden Jahren. Danach kamen die Westgoten, die Blütezeit der maurischen Balensiya (Balensiya = Valencia auf Arabisch) , gefolgt von der Reconquista (Rückeroberung) durch Jaume I von Aragón. Im 16. Jahrhundert zog man eine neue Stadtmauer um die Stadt, womit zwei Ziele verfolgt wurden: die umliegenden Siedlungen, die außerhalb der Mauern entstanden waren, zu umschließen sowie die Stadt vor den Angriffen des Königreichs von Kastilien zu schützen.

Der Verlauf der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert begrenzt die „Ciutat Vella“ (Altstadt), die im weitesten Sinne das Zentrum Valencias darstellt. Die Grenze der römischen Siedlung entspricht hierbei dem Viertel “La Seu”, dem religiösen und politischen Zentrum der Valencianischen Provinz. Somit ist der Stadtteil „Ciutat Vella“ in sechs Bezirke unterteilt und wird durch die Straßen Colón, Játiva und Guillen de Castro sowie den rechten Teil des Flussufers begrenzt.

Das Zentrum ist eine der exklusivsten Zonen Valencias und weist eine reichhaltige Mischung aus Geschichte und Modernität auf, wie man sie in keinem anderen Stadtteil Valencias vorfindet. Die Altstadt beherbergt sowohl die luxuriösesten Gebäude als auch die unkonventionellsten Straßen der Stadt. Prestigeträchtige Designerläden erstrecken sich hier neben traditionellen Läden und Künstlerwerkstätten, ebenso wie neben großen Kaufhäusern. Der Großteil der Museen Valencias sind in diesem Viertel der Stadt anzutreffen. Ein Spaziergang durch das historische Zentrum der Stadt führt an einer Vielzahl von Monumenten, historischen Gebäuden und Zeitzeugen verschiedener Epochen und Kulturen vorbei, die den Charakter dieser Stadt geformt haben.

Unsere Reise beginnt an der dreieckigen Plaza del Ayuntamiento, welche sich, wie der Name bereits vermuten lässt, am Rathaus von Valencia befindet. Der gesamte Platz wird von Gebäuden hochwertiger Architektur umschlossen, welche überwiegend zu Beginne des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Der Platz zeichnet sich durch seinen neoklassizistischen Stil aus und wird von traditionellen Blumenständen umgeben. Hier findet jedes Jahr zwischen dem 1. und 19. März das spektakuläre Mascletà statt, eine der wichtigsten Veranstaltungen der berühmten valencianischen Fiesta “Las Fallas”, während zur Weihnachtszeit Weihnachtssterne und Lichterketten den Platz in ein märchenhaftes Licht tauchen.

Wie bereits erwähnt, tummeln sich viele Geschäfte jeglicher Art im Zentrum Valencias. Mitten im Kern der Stadt reihen sich die großen Einkaufszentren auf der Calle Pintor Sorolla und der Calle de Colón an die Kaufhäuser auf der Don Juan de Austria an; es gibt exklusive Boutiquen auf der Poeta Querol, Modegeschäfte auf der Calle de Colón und innovative Designerläden in Stadtteil Carmen, sowie kleine Künstlerwerkstätten und traditionelle Hänlder, welche sich auf das gesamte Zentrum der Stadt verteilen..hier bietet sich eine Fülle an Einkaufsmöglichkeiten.

Wenn man das Zentrum in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre “Vielfalt” wohl am zutreffendsten. Dies trifft auch auf die Auswahl an kulinarischen Einrichtungen zu: Familienrestaurants, Gourmetrestaurants, auf Reisgerichte spezialisierte Restaurants, exotische Küchen, innovative Küchen, Fischgerichte, Fastfood…., die Liste ist unendlich weiterzuführen. Ob man auf der Suche nach einem schnellen Happen ist oder einen schönen Abend in einem Restaurant verbringen möchte – im Zentrum Valencias ist beides möglich. Dies trifft auch auf das Nachtleben zu, denn die Liste der Bars in der Innenstadt ist beinahe endlos. So wie Spanien innerhalb Europas für sein lebhaftes Nachtleben und seine vielen Fiestas bekannt ist, genießt auch Valencia innerhalb Spaniens denselben Ruf. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass gesetzliche Änderungen im Bezug auf Öffnungszeiten und Genehmigungen dazu geführt haben, dass sich das Nachtleben über die vergangenen Jahre ein wenig reduziert hat, zumindest auf der Straße. Doch wie gesagt, die große Anzahl an Bars und Kneipen überrascht auch weiterhin und umspannt ein phänomenales Spektrum, von traditionellen Kneipen bis hin zu eleganten Cocktailbars.

Auch das kulturelle Angebot des Zentrums ist reichhaltig. Hier findet man ausgesprochen leicht Kinos, Theater, Museen, Kunstgalerien und Bibliotheken. Das Lys und der ABC Park sind unter den Valencianern die populärsten Kinos und wurden in den vergangenen Jahren umfangreich saniert. Die Filmoteca befindet sich seitlich der Plaza del Ayuntamiento und präsentiert dreimal täglich eine Auswahl an klassichen Filmen sowie in Epochen unterteilte, kulturelle Filme. Das Kino ist im selben Gebäude wie das Theater “Rialto” anzufinden. Unweit von diesem entfernt, befinden sich eine Reihe von weiteren wichtigen Theatern, zu denen das Teatro Principal und das Teatro Olympia zählen. Ohne das historische Viertel verlassen zu müssen, gelangt man außerdem zum Escalante oder dem Talía.

Der Großteil der Museen in Valencia befindet sich ebenfalls im alten Stadtkern. Zu diesen zählen beispielsweise das IVAM (zeitgenössische Kunst), das MUVIM (Illustration und Moderne), das Museo de Cerámica, das Nau de la Universidad de Valencia, die Stiftung von Chirivella Soriano sowie das Museo de Prehistoria…,das Zentrum Valencias ist wahrlich ein Knotenpunkt verschiedenster künstlerischer Einrichtungen.

Bemerkenswert ist auch die große Vielzahl an Fußgängerzonen im Zentrum. Selbst im kommerziellsten Teil der Stadt kann man ungestört und ohne Autoverkehr durch die Calle Ribera oder den Paseo de Ruzafa schlendern und je weiter man sich dem historischen Teil der Stadt nähert, desto mehr Fußgängerzonen findet man vor, zu denen unter anderem die Plaza de la Virgen, die Plaza Redonda und eine Fülle von kleinen, verwinkelten Seitengässchen im Carmen-Viertel zählen.

Während den Fallas, der bedeutendsten Fiesta Valencias, verwandelt sich das Zentrum in einen Ort des Geschehens. Neben der bereits erwähnten “Mascletà” auf der Plaza del Ayuntamiento konzentrieren sich in diesem Viertel eine große Anzahl an “Casales Falleros” (jede “Falla”-Skulptur besitzt ihr eigenes Stammlokal, “casal”). Um einen Blick auf die größten Skulpturen zu erhaschen, sollte man eine Touristenführung durch das Zentrum der Stadt unternehmen. Zwischen der “Ciutat Vella” und den Stadtvierteln “Ensanche” und “Ruzafa” findet man den Großteil der speziellsten Fallas sowie eine Reihe von anderen wichtigen Elementen dieses Festaktes, der typisch für Valencia ist: Im Stadtviertel Ruzafa ist es beispielsweise schon seit langer Zeit Tradition, die Straßen zur Feier der Fallas mit einer spektakulären Beleuchtung zu schmücken.

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